II. Männer: Der zweite Anzug kneift am Bauch

Der zweite Anzug kneift am Bauch – Clubler Sandwich zu deftig

von Steffen Brigzinsky

Eine wild zusammengewürfelte Truppe bestehend aus Altvorderen, gut erhaltenden Youngtimern und Perspektivspielern machte sich am letzten Samstag auf den Weg, um in fremden Gefilden etwas Zählbares zu holen. Am Ende prangte ein 24:20 auf der Anzeigentafel in der gut besuchten Quandthalle, welches im Nachhinein von dem Schiedsrichterduo aus Wittenberge und Pritzwalk auf 24:21 revidiert wurde.

Die gastgebenden Pritzwalker konnten aus dem Vollem schöpfen, wohingegen die Ersatzbank von Hansas zweiter Garnitur mit lediglich zwei Feldspielern und einem Torhüter etwas dürftig besetzt schien. Die Reserve des Landesligisten ging anfangs mit 2:0 in Front, was im Spiel auch die einzige Führung der Gäste bleiben sollte. Schnell glichen die Hausherren aus. Konter um Konter rollten nun auf das Tor der Hanseaten. Schlampige Abschlüsse der Pritzwalker ließen ein größeres Davoneilen nicht zu und so blieben die Dossestädter bis zum 7:5 in Schlagdistanz. Hansa verzettelte sich vorne im Abwehrgeflecht, Einzelaktionen verpufften, Druck konnte nicht über alle Positionen aufgebaut werden. Immer wieder wurde versucht, den teilweise gedoppelten Kreisspieler in Szene zu setzen. Würfe aus dem Rückraum blieben im Block hängen oder landeten in der Torhüterecke. Hansa versuchte das Spiel zu verschleppen, um so im Angriff Kräfte zu sparen. Pritzwalk war auf den schnellen Ballgewinn aus und stürzte teilweise mit drei Spielern auf das Wittstocker Gehäuse zu. Beim 11:5 schienen die Dömnitzstädter die Partie endgültig im Griff zu haben. Die Gäste rieben sich ein ums andere Mal im Angriff auf und Pritzwalk netzte durch Konter. Sobald Hansa in eine Abwehrformation kam, fiel den Hausherren nicht mehr viel ein. Ole Bühler ließ nach anfänglicher Ungenauigkeit sein Können aufblitzen und markierte den einen oder anderen Anschlusstreffer. Nach einem direkt ausgeführten Freiwurf von Boris Löhlein schickte das etwas heterogen anmutende Schiedsrichtergespann die Mannschaften beim Stand von 13:8 in die Kabinen.

In der Halbzeit fand, nachdem Wortführer Löhlein jegliche Interpunktion selbstverfreilich außer Kraft gesetzt hatte, ein reger Dialog statt. Ein Mix aus Unmutsbekundungen, Verbesserungsvorschlägen und Ansatzmöglichkeiten erfüllten den Raum. Die Gedanken schweiften bei dem gebotenen Platzangebot ab und der eine oder andere fragte sich, ob sich die 14 Pritzwalker Spieler in solcher Käfighaltungsatmosphäre überhaupt richtig über ihren 5-Tore Vorsprung freuen konnten. Das Wort Zusammenhalt erschien plötzlich in einem ganz neuen Licht.

Abgesehen davon sollte in den zweiten 30 Minuten noch mal gebissen werden, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Pritzwalker ließen weiterhin zahlreiche Chancen liegen und die tapfer kämpfenden Dossestädter witterten Morgenluft. Mit einer zunehmend offensiveren Deckung setzten sie die Hausherren nun unter Druck. Lediglich die Verwertung der 100%igen verlief unplanmäßig. 100% konnten an diesem Abend nur Sven-Olaf Heukeshoven mit seinen verwandelten Strafwürfen, sowie Uwe Peters mit der Vereitelung eines 7-Meters vorweisen. Unterm Strich hätte die Partie mit einer besser eingespielten Mannschaft positiver gestaltet werden können.

Zu erwähnen bleibt nur noch, dass es ziemlich unprofessionell ist, die verloren gegangenen Elektrolyte nicht mit den vorhandenen Kaltgetränken aufzufüllen, so dass ein fast komplett bestückter Bierkasten den Heimweg antreten musste.

God save the Bierwart! Glückwunsch Boris!

Hansa Wittstock II: Brigzinsky, Peters – Köhring (1), Thierbach (2), Heukeshoven (5/2), Gottschalk (4), Jedrysiak, Bühler (6), Löhlein (2), Kanthak

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