Männer: Aus Pokalrunde ausgeschieden

Auf Anhieb überzeugend

Rettung: Der neue HSG-Torwart Mark Pastor griff hier gerade noch rechtzeitig zu und verhinderte einen Torerfolg der Wittstocker. Die genaue Bildfolge, wie es zu dieser Szene kam, ist in der Bildergalerie auf www.moz.de/regionalsport zu sehen.
Rettung: Der neue HSG-Torwart Mark Pastor griff hier gerade noch rechtzeitig zu und verhinderte einen Torerfolg der Wittstocker. Die genaue Bildfolge, wie es zu dieser Szene kam, ist in der Bildergalerie auf www.moz.de/regionalsport zu sehen. © Foto: Gunnar Reblin
 
Gunnar Reblin / 08.10.2019, 06:30 Uhr
 
Neuruppin (moz) Der eine zeigte Paraden am Fließband und verteidigte somit das eigene Tor, der andere wuchtete den Ball als Kreisläufer ins gegnerische Netz. Mark Pastor und Andre Ebert sind mit der HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst ins Viertelfinale des HVB-Pokals eingezogen. Die beiden Ex-Handballer des HC Neuruppin sind in ihrem neuen Verein angekommen. Diesen Eindruck gewann man am Sonnabend beim Pokalturnier in Wittstock. Die gastgebenden Hanseaten waren als Underdog angetreten und verloren beide Partien. Der klare Favorit, die HSG mit Pastor und Ebert, bezwang zunächst Wittstock mit 24:21 und dann auch den 1. VfL Potsdam II mit 24:13. Der Brandenburgligist setzte sich erwartungsgemäß gegen die beiden Verbandsliga-Vertreter durch. „Das war auch unser Ziel. Wir wollten hier eine Runde weiter kommen“, erklärte HSG-Torwart Mark Pastor.

Entspannte Wittstocker

Bei den Wittstockern machte sich nur eine minimal spürbare Enttäuschung ob des verpassten Einzugs in die nächste Runde breit. Trainer Sven Hennigs wollte nichts von einem bewussten Abschenken wissen. Dennoch betonte er: „Der sportliche Wert des Pokalwettbewerbs hält sich für uns in Grenzen. Aber wir nutzen diese Gelegenheit gerne, um unter Wettkampfbedingungen einige Spielzüge einzustudieren und auch den Jungs aus der zweiten Reihe mal eine Chance zu geben, sich zu zeigen.“ Schickte Hennigs im ersten Match gegen die HSG noch seine erste Garde aufs Parkett, die sich auch achtbar verkaufte, durften im zweiten Match gegen die Potsdamer zahlreiche Youngster Erfahrungen sammeln. Dazu zählte auch Aaron-Darius Voß. Der 18-jährige Linksaußen hatte den Wittstockern die zweite Pokalrunde „eingebrockt“, wie Trainer Hennigs mit einem Augenzwinkern erklärte. „Da macht er im Finale gegen Templin kurz hintereinander fünf Tore und wird zum Matchwinner.“ Die zweite Pokalrunde war erreicht.

Gar die dritte erreichte nun die HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst – mit Mark Pastor und Andre Ebert. Die beiden Neuruppiner pendeln zweimal in der Woche nach Ahrensdorf, ein Ortsteil von Ludwigsfelde, zum Training. „Uns beiden gefällt es ganz gut. Wir sind gut aufgenommen worden. Es macht Spaß“, sagte Mark Pastor in einer Turnierpause. In Wittstock wechselte er sich mit dem Ex-Wittstocker Rico Teschner zwischen den Pfosten ab. „In der Liga habe ich zuletzt dreimal komplett gestanden“, fühlt sich der junge Schlussmann dennoch nicht als klare Nummer eins. Auch Andre Ebert bekommt viel Einsatzsatz. Diese hätten sie vermutlich auch beim HC Neuruppin in dieser Saison erhalten, doch der Ruf eines höherklassigen Teams, die HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst spielte eine Liga höher als der HCN, war zu verlockend.

Mit ihrem neuen Team läuft es für die beiden Neuruppiner auch in der Liga, aktuell Platz zwei. Zuletzt trafen Mark Pastor und sein Bruder Fabio im  Liga-Duell aufeinander. „Da habe ich ihm schön zwei Dinger eingeschenkt“, lacht der Torwart. Die HSG siegte zuhause gegen Oranienburg II mit 36:30. Fabio Pastor traf für den OHC II viermal, Ebert und Mark Pastor jeweils zweimal für die HSG. Zur Erklärung schiebt der Torwart nach: „Oranienburg hat hintenraus offen, ohne Schlussmann gespielt, das konnte ich nach zwei Paraden nutzen und selber schnell abschließen.“

Diese Situation ergab sich am Sonnabend in Wittstock nicht. Da glänzte Mark Pastor in seinem Kerngebiet, dem Bälle abwehren. Und er leitete mit perfekt-getimten Pässen Konter ein. Exemplarisch dafür stand eine Szene in der 28. Spielminute. Pastor bremste den Ball nach einem Wurf von Wittstocks Tobias Hennigs mit dem linken Arm etwas ab, jedoch flog die Kugel Richtung Netz. Blitzschnell drehte sich der Keeper um, fischte das Spielgerät mit der linken Hand knapp unter der Latte von der Torlinie und krachte dabei an den Pfosten. Pastor nahm sogleich den Ball auf. Ein Blick. Ein millimetergenauer Wurf zum Konter-laufenden Marius Paul, der zum 17:13 für die HSG traf. Dazu befragt, antwortete Pastor: „Der Ball war nicht drin, er war genau unter der Latte, also wenn, dann auf der Torlinie.“

Für einen anderen Ballfänger war es ein besonderes Turnier. Rico Teschner kehrte mit der HSG an seine alte Wirkungsstätte zurück. Er hielt jahrelang die Bälle für Hansa. Trainer Sven Hennigs spielte noch mit ihm zusammen. „Tesche“, so der Coach, „hat alle Jugendteams bei uns durchlaufen. Ich bin mir sicher, er wird auch irgendwann zurückkommen.“

HVB-Pokalturnier in Wittstock

Teilnehmer:HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst (Brandenburgliga)Hansa Wittstock (Verbandsliga)1. VfL Potsdam II (Verbandsliga)

Modus:Jeder gegen jeden, Spielzeit zweimal 20 Minuten

1. Spiel:Ahrensdorf/Schenk. -Wittstock 24:21 (13:9)Hansa: Sauer, Schulz – Rene Willführ (3), Gratzkowski (6), Müller, Holtmann (4), Martin Willführ (4), Mühmer, Gießel (1), Hennigs (2), Neumann, Voß, Kipcke, Holz (1)

2. Spiel:Wittstock -Potsdam II 11:29 (6:14)Hansa: Sauer – Rene Willführ (1), Ahrend (1), Gratzkowski (3), Müller, Mühmer (1), Gießel, Hennigs (4), Voß, remter, Kipcke (1), Kröcher, Holz, Bartelmann

3. Spiel:1. VfL Potsdam II -Ahrensdorf 13:24 (8:14)

Turniersieger: HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst ⇥gü

Quelle: https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1757570/?res=1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*