Männer: HC Neuruppin gewinnt Derby

Handball
HC Neuruppin gewinnt Derby gegen Wittstock

Jonas Simon freut sich nicht nur über den Derbysieg. Der Linksaußen profitierte am Sonnabend von extrem vielen Ratschlägen im Training, die Trainerlegende Marcin Feliks zuletzt gegeben hatte. Simon netzte im Derby neunmal ein und ballte nach dem packenden Finish die Fäuste.
Jonas Simon freut sich nicht nur über den Derbysieg. Der Linksaußen profitierte am Sonnabend von extrem vielen Ratschlägen im Training, die Trainerlegende Marcin Feliks zuletzt gegeben hatte. Simon netzte im Derby neunmal ein und ballte nach dem packenden Finish die Fäuste. © Foto: Matthias Haack
Matthias Haack / 26.01.2020, 22:29 Uhr – Aktualisiert 27.01.2020, 12:14
 
Wittstock (moz)
Solch ein Derby wünscht sich jeder Handballer: Temposcharf, abwechslungsreich, spannend bis in die letzte Aktion. Nur leider kamen nicht zwei Gewinner vom Parkett. Sieben Verlierer waren es, nach Auffassung der Wittstocker sogar neun. Sie haderten mit der finalen Entscheidung des Schiri-Gespanns. Das mögliche Tor der Wittstocker fünf Sekunden vorm Ende hätte das 28:28 bedeutet und eine famose Aufholjagd abgerundet. Denn der HC Neuruppin hatte sieben Minuten vorm Abpfiff ein letztes Mal eingenetzt: 24:28 durch Lennard Mathiske.  Die drei Hansa-Männer Hannes Holtmann, Tobias Altmann und Max Havemann trieben die Spannung mit ihren Treffern auf den Höhepunkt.

27:28-Zwischenstand. 106 Sekunden noch Zeit. Ballbesitz HCN. Der Wurf von Mathiske landet nicht im Netz. Paul Sauer pariert. Stattdessen setzt Hansa einen Konter. Foul. Siebenmeter. Holtmann schnappt sich das Leder. Pfosten. Noch 52 Sekunden.  Hansa kommt wider Erwarten in Ballbesitz. Ein finaler Konter. Das Foul von Leeroy Nietzel (zehn Meter vorm Gehäuse) wird geahndet, obwohl der abgefeuerte Ball im Tornetz landete. Freiwurf, obwohl ein Siebenmeter die regelkonforme Entscheidung gewesen wäre, so die Gastgeber.

Siebenmeter gefordert

Trainer Sven Hennigs: „Solch eine Szene zieht in den letzten 30 Sekunden sowohl eine Zweiminutenstrafe als auch einen Siebenmeter nach sich.“ Zwei Sekunden noch. Torwart Paul Sauer tritt an, kommt an der Sechsmann-Mauer aber nicht vorbei. Puh. Der HCN atmet kräftig durch. Hansa senkt die Köpfe.

HC Neuruppin gewinnt auch das Rückspiel in der Verbandsliga. In Wittstock steht die Stadthalle beim 27:28 Kopf.
 

Hansa fehlt ein Tor im Derby

„Wir wussten, dass Hansa gut genug ist, um hier die Punkte zu behalten“, lobte HCN-Coach Michael Drefahl. Nach zehn starken Anfangsminuten haderte er mit seiner Mannschaft. „Da waren wir nicht mehr zwingend genug.“ Viele hektische Aktionen gab es und eine Rote Karte. Als „überhart“ empfanden selbst die Zuschauer auf den Rängen (es waren etwa 310, ein Drittel aus Neuruppin) die Strafe für Hans Kühne, der Felix Gratzkowski zu Boden gebracht hatte. Kühne war nicht vorbelastet gewesen.

Die Gäste fanden im zweiten Durchgang in die Spur zurück und sahen nach 53 Minuten wie der sichere Sieger aus. Dann „habe ich den Jungs gesagt, wir gehen jetzt volle Offensive“, berichtet Trainer Sven Hennigs über seine in einer Auszeit verkündete Marschroute voller Dynamik. „Geht drauf“, forderte er. Seine Mannschaft setzte das geschickt um. Der Lohn blieb jedoch aus. Letztlich waren „wir im Angriff etwas zu ängstlich. Aber die Jungs zeigten über ganze Spiel eine disziplinierte Leistung.“ Das lag wohl auch am Training der etwas anderen Art. Am Freitagabend hatte Hansa bei der Wahl zum „Sportler des Jahres“ in Neuruppin mit Silber dekoriert worden. Kurz nach der Rückreise bat Hennigs seine Spieler bis 22.30 Uhr noch auf die Platte.

Das 13. Saisonspiel

Wittstock – HCN⇥27:28 (14:14) Zuschauer: 310 Schiedsrichter: Jonas Günther/Rico Scheunig

Siebenmeter: sieben (fünf verwandelt) – sechs (fünf verwandelt)

Zweiminutenstrafen: zwei für Hansa –fünf für HCN

Gelbe Karten: drei für Hansa  – drei für HCN

Rote Karte: eine HCN

Spielverlauf: 0:1 (3.), 1:4 (9.), 4:4 (11.), 7:7 (16.), 9:7 (17.), 10:10 (26.), 11:12 (28.), 13:13 (29.), 14:13 (30.) – 14:16 (34.), 15:17 (35.), 16:20 (38.), 18:20 (40.), 19:22 (42.), 21:22 (44.), 23:24 (48.), 24:25 (50.), 24:28 (54.), 25:28 (56.), 26:28 57.), 27:28 (60.)

Hansa: Sauer, Schulz – René Willführ (5), Gratzkowski (1), Schmidt, Holtmann (6), Martin Willführ (4), Mühmer (3), Remter (1), Tobias Hennigs, Havemann (2), Neumann (1), Kipcke (2), Altmann (2)

HC Neuruppin: Berger, Plötz – Aßemacher, Kehnscherper, Simon (9), Koall (1), Lück (4), Winkelmann (5), Kühne (4), Mathiske (4), Höpstein, Nietzel (3), Horsford, Bukowski (1)

Quelle: https://www.moz.de/landkreise/ostprignitz-ruppin/neuruppin/neuruppin-artikel/dg/0/1/1780705/?utm_source=dlvr.it&utm_medium=facebook

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