Männer I: Derby Nummer Eins geht knapp an Neuruppin

Handball-Landesliga: Hansa Wittstock – HC Neuruppin 21:22 (11:11)

 

Zwei Jahre hatten die Fans auf dieses Derby verzichten müssen. 500 von ihnen waren am Sonnabend in die Wittstocker Stadthalle gekommen, um wieder dabei zu sein. Nach spannenden und emotionalen 60 Minuten hatte die Partie eigentlich keinen Sieger verdient. Doch mit dem 22:21 (11:11)-Erfolg sicherte sich Landesliga-Spitzenreiter HC Neuruppin die Punkte, die von den etwa 100 mitgereisten Fans bejubelt wurden.

Gleich die ersten zwei, drei Würfe der Wittstocker fanden nicht ins Netz des Neuruppiner Keepers Tobias Kröcher. Im selben Atemzug legte Neuruppin routiniert los und ging mit 4:1 in Front. Dann aber konnte Hansa seine Abwehr stabilisieren und kam zu den für die Wittstocker Spielweise lebenswichtigen Gegenstößen. Beim 6:6 fiel der erste Ausgleich. Die Neuruppiner Gäste hatten große Probleme, ihre Rückraumschützen gegen die extrem offensive Abwehr in Position zu bekommen, nutzen aber effektiv den Platz, der ihnen von Außen geboten wurde. Immer wieder gingen sie mit einem Tor in Front. Beim 11:9, zwei Minuten vor der Pause waren sie sogar wieder auf zwei Tore weg. Aber Hansa nahm noch einmal eine Auszeit. „Wir wollten unbedingt dran bleiben und uns den Lohn für die guten 28 Minuten abholen. Meine Spieler sollten nun nicht den Kopf runter nehmen.“ Der starke Paul Sauer zwischen den Hansa-Pfosten hielt sein Team im Spiel und Marc-Steffen Köhring erzielte nur Sekunden vor der Pausensirene den Ausgleich zum 11:11.

Nach dem Wechsel blieb es spannend. Neuruppin startete mit einer spielerisch akzentuierten Angriffsformation mit schnellen Leuten im Rückraum in Hälfte zwei. Auch Hansa gab einigen Spielern eine Pause, denn alles lief auf eine spannende Schlussphase hinaus. Wittstock ließ zu keiner Phase in der Deckung nach und zwang Neuruppin immer wieder zu Fehlern. Die Gäste konnten in dieser Phase auf Tobias Kröcher im Tor bauen, der auch viele Würfe von Außen wegnahm, während es vorne an Struktur fehlte. Die Wittstocker gingen mit 16:14 in Führung. Ohne Not aber produzierten die Hanseaten nun Fehler im Angriff und warfen die Bälle weg. In dieser Phase zeigten die Neuruppiner etwa 12 Minuten lang, warum sie in der Tabelle oben stehen und agierten sehr abgeklärt über ihre Außen Christian Lück und Hans Kühne. Beim 22:17 für den HCN viereinhalb Minuten vor Schluss, schien der Deckel für den Favoriten bereits drauf zu sein. Aber Hansa wechselte den Keeper und veränderte die Deckungsformation. Überraschenderweise machten nun gerade die erfahrenen Neuruppiner Spieler nun haarsträubende Fehler. So kam Hansa durch die Ballgewinne der offensiven Deckung bis zehn Sekunden vor Spielende auf 21:22 heran. Zu mehr reichte die Zeit aber nicht.

Diese Begegnung war ein typisches Derby mit einem glücklichen Gewinner, der mit dem Sieg einen großen Stolperstein auf seinem Weg zum Aufstieg weggeräumt hat.

 

Statement Thomas Brigzinsky: „Wir haben uns von Anfang an in die Partie reingebissen. Das war Grundvoraussetzung, um mit diesem eigentlich überlegenen Gegner mitzuhalten. Sicherlich hat uns der fehlende Angriffsdruck und eine kopflose Phase zwischen 40. Und 55. Minute ein bisschen den Lohn gekostet. Mit meinem Team und seiner Einstellung war ich aber sehr zufrieden. Wir haben Wittstocker Handball gespielt und an den anderen Sachen feilen wir mit der jungen Truppe noch.“

 

Statement Willi Mundchen: “Es war das erwartet schwere Derby. Dass es kein überragendes und schönes Spiel wird, war Christian Will und mir klar, denn Wittstock kämpft bis zum Umfallen. Bis auf die letzten drei Minuten hat mir unser Spiel sehr gut gefallen. Aber zum Ende hatten wir erfahrene Leute drauf, die es besser machen und das Spiel eigentlich nach Hause schaukeln müssen.“

 

Hansa: Paul Sauer/Christian Hamann – René Willführ (1), Martin Willführ (2), Robert Gießel (4), Tobias Hennigs (3), Anh Le Tuan, Ronny Stachowski, Boris Löhlein (3/2), Hannes Holtmann (5/1), Marc-Steffen Köhring (3), Felix Remter, Lucas Kipcke, Sven Hennigs

 

HCN: Dandy Zolper/Tobias Kröcher – Tony Palmowske, Tobias Schulz, Jonas Simon, Marcel Pekrul (5/1), Christian Koall (3/2), Christian Lück (5), Florian Lehmann (2), Hans Kühne (4), Ronny Wolf, Thomas Engelhardt, Nico Hecht (3), Marcus Krause

 

von Sina Brigzinsky

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*