Männer: In den Handball-Mühlen zermahlt

In den Handball-Mühlen zermahlt

Wittstock (RA) Die Hansa-Kogge bekommt ihren Anker nicht an Deck gezogen. Mehr noch: In den Seeboden drückt ihn gewaltiger Ballast, den das Regelwerk des Handballs den Wittstockern überstülpt. „Unsere Existenz als Männerteam ist jetzt stark gefährdet“, warnt Trainer Thomas Brigzinsky.

Knackpunkt ist ein vom Handball-Landesverband Brandenburg (HVB) nicht bewilligter Antrag des FK Hansa, mit einem Männerteam 2014/2015 in der Landesliga zu spielen. Der HVB beruft sich auf die Spielordnung, wonach einem Verein das Aufstiegsrecht für eine zweite Mannschaft in jene Spielklasse verwehrt wird, aus der die erste Vereinsmannschaft absteigt. Hansa zog sich aus personellen Gründen im Juli 2013 aus der Landesliga zurück, also schon im neuen Spieljahr. Damit griff das Regelwerk und setzte Hansa I als ersten Absteiger aus der Landesliga 2013/2014.

Mit einem Männerteam (Hansa II) wurde der Spielbetrieb in der Kreisunion aufrecht erhalten und sogar ohne sportliche Niederlage der Meistertitel erkämpft. Die Wittstocker Dominanz ist gewaltig – selbst drei Niederlagen mehr hätte sich die Truppe von Thomas Brigzinsky leisten können. Die fehlenden Punkte resultieren aus dem Nichtantritt gegen Wittenberge. „Es fehlte die sportliche Herausforderung“, gesteht der Coach. „Daher ist der Antrag auf Aufstieg die logische Konsequenz, um zum einen die sehr starken Junioren heranzuführen und zum anderen die gestandenen Spieler zu halten.“ Kommt es zu einer zweiten einseitigen Spielserie, befürchtet Hansa einen erheblichen personellen Einschnitt. „Der Männer-Handball in Wittstock wäre platt.“

Der Technischen Kommission des HVB blieb auf ihrer Tagung gar nicht anderes übrig, erläuterte Marlies Reusner aus der Geschäftsstelle, als den Aufstiegsantrag abzulehnen. „Genehmigen wir das, verstoßen wir gegen die Spielordnung des DHB.“ Es sei eine Prozesslawine (initiiert durch die Vereine) zu befürchten, die dem Landesverband viel Geld kosten würde. Auf den Wittstocker Verweis, dass die Spielordnung des DHB Ausnahmen zulasse, reagierte die Geschäftsstelle so: Zum Umsetzen von Punkt fünf im Paragraf 40 des DHB-Regelwerks „müssen beantragte Ausnahmen durch das Erweiterte Präsidium (EP) unseres Landesverbandes oder einen Verbandstag abgezeichnet werden“. Zweimal pro Jahr wird das EP-Gremium einberufen – Ende November das nächste Mal. Also zu spät für die Wittstocker, deren Saison im September beginnt. „Der HVB kann sich ein halbes Jahr Zeit nehmen“, sieht Brigzinsky einen gravierenden Widerspruch, „aber die Vereine müssen innerhalb von fünf Tagen ein Team zum Quali-Turnier nach Cottbus schicken.“ Am Dienstagabend dieser Woche erhielt Hansa eine entsprechende E-Mail, wonach schon am 11. Mai ein Relegationsturnier ausgetragen wird. Brigzinsky: „Wir reagieren trotz Zeitdrucks sofort und bringen ein Team an den Start.“

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