Männer: Verbandsliga-Aufstieg!

Doppelt hält besser

Wittstocker Handballer machen in Pritzwalk auch ohne Trainer Thomas Brigzinsky die Meisterschaft klar

Die Hansa-Handballer sind am Ziel: Mit dem überzeugenden 33:16-Auswärtssieg im Derby beim HC Pritzwalk haben die Wittstocker die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Verbandsliga Nord perfekt gemacht. Begleitet von einer großen Fanschar verwandelten die Dosse-städter die Quandthalle in ein Tollhaus, vom Anpfiff weg herrschte eine tolle Stimmung, von welcher sich der Meister beflügeln ließ.

„Es war wie ein Heimspiel“, dankte Kapitän Hannes Holtmann im Namen der Mannschaft den mitgereisten Anhang. Trotz leichten Startschwierigkeiten – der erste Hansa-Treffer fiel durch Robert Gießel erst nach sieben Minuten – dominierten die Gäste das Geschehen auf der Platte nach Belieben. „Wir wussten, dass wir besser als die Pritzwalker sind, die Tabelle lügt ja nicht. Zudem fehlte dem Gegner die nötige Emotion, die wir dagegen an den Tag legen konnten“, erklärte Holtmann, der Selbstkritik übte: „Ich habe in den ersten Minuten drei Fahrkarten geworfen und mich dann selbst auf die Bank verdonnert. Das ist aber unser großes Plus, wir haben alle Positionen doppelt besetzt und sind mannschaftlich ausgeglichen, weshalb das kein Problem war.“

Bis zur Pause konnten die Hanseaten eine 13:6-Führung herauswerfen, drei Minuten nach dem Seitenwechsel hatte ein Zehn-Tore-Vorsprung erstmals Bestand. Mit 17 Treffern Unterschied endete das ungleiche Duell, bereits zeitig konnte die Jubelfeier starten. „Nach der Schlusssirene kannten die Feierlichkeiten natürlich keine Grenzen, wir haben bis um 22 Uhr mit dem Gastgeber, der uns fair gratuliert hat, in der Halle verweilt. Bis in die Morgenstunden ging es dann aber zu unserem Stammgriechen in Wittstock“, so Holtmann.

Nur in Gedanken mit dabei war Trainer Thomas Brigzinsky, der nach der Saison sein Traineramt niederlegt und vom jetzigen Co-Trainer Sven Hennings beerbt wird. Brigzinsky weilte mit einer zehnköpfigen Truppe, darunter Ehefrau Sina, die Kids Vanessa-Marie und Mats sowie ehemalige Wittstocker Handballer, beim Final Four um den Deutschen Handball-Pokal in Hamburg. „Seit 22 Jahren habe ich kein Final Four verpasst, es war wieder ein tolles Erlebnis, auch wenn meine Magdeburger das Finale gegen Kiel verloren haben. Die Chancenverwertung war einfach nicht gut genug, der THW hat verdient gewonnen. Die Atmosphäre war super und trotz der Emotionalität ging es sehr fair zu“, lobt der SCM-Fan.

Seine Schützlinge, die am Samstagabend den Aufstieg unter Dach und Fach brachten, gerieten aber keineswegs in Vergessenheit. „Ich habe nach Schlusspfiff die Info bekommen, dass die Jungs das Ding gezogen haben. Schön, dass die Überraschung dann auch gelungen ist“, verrät Thomas Brigzinsky: „Ich habe Aufstiegsshirts anfertigen lassen, von denen die Spieler nichts wussten. Vor 17 Jahren bin ich selbst in die Verbandsliga aufgestiegen, damals gegen Wusterwitz. Auch da hatte sich jemand gekümmert.“ „Doppelt hält besser“ steht auf den blauen Shirts geschrieben. Nach 2017 gelang den Hanseaten der erneute Staffelsieg – nun nimmt man das Aufstiegsrecht wahr.

Das für Samstag geplante Heimspiel gegen Liebenwalde fällt dagegen aus: „Der Gegner hat schon abgesagt, weil er keine Lust mehr hat, nach Wittstock zu kommen. Wir sind sehr enttäuscht, mit Fairplay hat das nichts zu tun.“

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